Kreuzbandriss

Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten Verletzungen, die bei Hunden auftreten. Anders als beim Menschen, bei dem die Ruptur des Kreuzbandes nach einem Unfall(Skifahren, Fußball etc.) vorkommt, ist es beim Hund meist eine sogenannte Spontanruptur. Ursache ist eine Fehlstellung  des Unterschenkelknochens bei diesen Hunden, die dazu führt, dass bei jedem Schritt der Oberschenkelknochen nach vorne gedrückt wird und so permanent das vordere Kreuzband gestresst wird. Zuerst reißen nur kleine Fasern des Bandes, und irgendwann kann ein kleiner Fehltritt dazu führen, dass das Kreuzband vollends abreißt. Die Besitzer berichten meist, dass der Hund schon eine ganze Zeit das Bein ganz leicht schont und jetzt auf einmal hochgradig lahm geht.


Bei der Untersuchung stellt der Tierarzt fest, dass das Gelenk schmerzhaft ist, manchmal ist vermehrt Gelenkflüssigkeit festzustellen und die Diagnose wird gestellt, wenn sich eine sogenannte „Schublade“ auslösen lässt, d. h. Oberschenkel und Unterschenkel lassen sich gegeneinander verschieben. Manchmal ist auch noch einen Röntgenkontrolle notwendig.


Ist die Diagnose gestellt, gibt es verschiedene Methoden zur chirurgischen Behandlung des Hundes. Keine Behandlung kommt nur bei sehr alten und leichten Hunden in Frage, hier kann man versuchen, den Hund  mit Schmerzmitteln, einigermaßen „über die Runden“ zu bringen. Bei jüngeren und vor allem bei schweren Hunden ist ein chirurgischer Eingriff immer angesagt. In unsrer Klinik wird eine schon sehr lange bei Hunden angewandte OP-Methode praktiziert, bei der durch Raffungen des gelenkumgebenden Gewebes und ggf. Einzug eines Fadenzügels außerhalb des Kniegelenkes das gerissene Kreuzband ersetzt wird. Häufig ist bei einem Riss des vorderen Kreuzbandes auch der Innenmeniskus im Kniegelenk geschädigt und muss deshalb oft ganz oder teilweise herausgenommen werden. Die Operationserfolge sind sehr gut, die volle Gelenkstabilität ist in der Regel nach ca. drei Monaten erreicht.


Eine Alternative zu dieser Operationstechnik ist die „Methode nach Slocum“, bei der der Unterschenkelknochen zersägt wird und der Kopf des Schienbeines so gedreht und wieder verschraubt wird, dass die Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel senkrecht aufeinander stehen und so die Fehlstellung beseitigt wird. Diese Methode wird in speziellen Fachkliniken durchgeführt und hat nach den Statistiken die geringsten Folge-Arthrosen zu verbuchen. Deshalb empfehlen wir diese Methode bei jungen Leistungshundes (Jagdhunde, Schutzhunde etc). Der Nachteil ist, dass diese OP sehr teuer ist, eine längere Anfahrt in Kauf genommen werden muss (wir empfehlen hierfür die Tierkliniken in Nürnberg (Dres. Kaspar/ Lechner/ Meusel/ Pfeifer, www.tieraerztlicheklinik-nuernberg.de ) oder auch die Tierklinik in München-Haar(Dres. Jurina/ Scharvogel/ Stockhaus,  www.tierklinik-haar.de).