Impfempfehlungen für Katzen

Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder zu recht kontroversen Diskussionen über Sinn und Unsinn von Impfungen für Menschen und Haustiere gekommen ist, manche Menschen sich zu regelrechten Impfgegnern entwickelt haben, hat der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte zusammen mit der Deutschen veterinärmedizinischen Gesellschaft Impfempfehlungen herausgegeben. Diese richten sich nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden von einer sehr breiten Mehrheit der Tierärzte getragen.

Als erstes möchte ich die Krankheiten, gegen die eine Katze geimpft werden kann, kurz vorstellen:

1. Tollwut
Tollwut ist eine bis heute nicht therapierbare Zoonose, d. h. eine Erkrankung, die sowohl Mensch als auch 'Tier befallen kann. Jährlich infizieren sich in Europa ca. 200 Menschen am Tollwutvirus und es sterben weltweit ca. 25 000 bis 35 000 Menschen an Tollwut, vornehmlich in Indien und Afrika. Die Übertragung der Tollwut geschieht meist durch Bisse infizierter Tiere.

2. Katzenseuche
Katzenseuche (Panleukopenie, Parvovirose) ist eine Virusinfektion, die besonders junge, aber auch erwachsene Katzen befallen kann. Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt infizierter Tiere, aber auch indirekt durch Kleidung, Schuhe etc. der Besitzer. Akute Erkrankungen des Magen-Darmtraktes (Durchfall, Erbrechen) stehen im Vordergrund, trotz Therapie ist oft keine Rettung mehr möglich.

3. Katzenschnupfen
Katzenschnupfen wird hauptsächlich durch Herpes- und Caliciviren hervorgerufen, jedoch spielen, Chlamydien, Bordetellen, seltener Mycoplasmen auch eine gewisse Rolle. Die Übertragung ist, wie bei der Katzenseuche, direkt oder indirekt. Krankheitssymptome sind Schnupfen, Entzündungen der maulhöhle, der Atemwege bis hin zu schweren Lungenentzündungen,  Befall der Hornhäute und Bindehäute der Augen. Die Sterblichkeitsrate ist nicht so hoch wie bei der Katzenseuche, jedoch sind häufig chronische Beschwerden, die ein Leben lang anhalten können, möglich.

4. FIP
FIP (Feline infektiöse Peritonitis, ansteckende Bauchfellentzündung der Katzen) ist eine Virusinfektion, die stets tödlich endet. Hervorgerufen wird die Krankheit durch Coronaviren, die von Katze zu Katze übertragbar sind, aber auch bei der Virusvermehrung von zunächst gutartigen Darmviren (Felines enterales Coronavirus) in krankmachende(Felines infektiöses Peritonitisvirus) „umkippen“ können. Man unterscheidet die „Trockene FIP“ von der „Feuchten FIP“, je nachdem, ob eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle vorzufinden ist.

5. Katzenleukose
Katzenleukose ist eine Virusinfektion, die von Katze zu Katze übertragen wird und stets tödlich endet. Das klinische Bild ist vielseitig, es können Tumoren auftreten, besonders im Magen-Darm-Trakt, aber auch Blutbildveränderungen, Nieren- oder Leberversagen und andere Symptome.


Impfempfehlung für Katzen:

1. Core-Komponenten (Impfungen, die unbedingt anzuraten sind)

Grundimmunisierung:

>>   8   Wochen: Katzenseuche, Katzenschnupfen
>> 12 Wochen: Katzenseuche, Katzenschnupfen, Tollwut (bei Freigängern)
>> 16 Wochen: Katzenseuche, Katzenschnupfen, Tollwut (bei Freigängern)

>> Nach 1 Jahr: Katzenseuche, Katzenschnupfen, Tollwut (bei Freigängern)


Wiederholungsimpfungen:

Jährliche Auffrischung von Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut (bei Freigängern)

2. Non-core-Komponenten

Katzenleukose und FIP bei Freigängern mit erhöhtem Infektionsrisiko, nach Angaben der Hersteller Grundimmunisierung zwei mal im Abstand im Alter von 12-14 Wochen und 16-18 Wochen.